Das Licht, ein unbekanntes Wesen

An… hell, aus… dunkel. So einfach, wie man vielleicht denken mag, ist das Thema Licht nicht abzuhandeln.
Nachdem wir einen Keller ohne jegliches Tageslicht gebaut haben und auch sonst viel mit direkter und indirekter Beleuchtung arbeiten, ist das Thema Licht schon seit längerem sehr präsent in unserer Planung. Ursprünglich war angedacht, hauptsächlich auf LEDs zu setzen, mittlerweile sind wir bei einer starken Vermischung der unterschiedlichen Leuchtmittelarten angekommen, da alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Bei der Auswahl des richtigen Lichts spielen viele Faktoren eine Rolle: die Helligkeit, die Farbe, die Qualität und die Energieeffizienz

Helligkeit

Die Helligkeit von Leuchtmitteln konnte man in früheren Zeiten, in der es nur die einfache Glühbirne gab, über deren Watt-Angabe miteinander vergleichen. Jeder von uns hat wohl in etwa eine Vorstellung, wie hell eine 60 Watt Glühbirne ist. Durch den technischen Fortschritt bei Leuchtmitteln (Halogen, Energiespar, LED, …) und die Verbesserungen beim Energieverbrauch vergleicht man Leuchtmittel heute anhand der Menge an Licht, die von einer Lichtquelle in alle Richtungen abgestrahlt wird, dem Lichtstrom. Gemessen wird dieser in Lumen [lm].
Damit ist es möglich, die Helligkeit verschiedene Leuchtmittelarten miteinander zu vergleichen.

Um es mir selber auch etwas einfacher zu machen, habe ich diesen Lumen-Rechner entwickelt, der die benötigte Leistung verschiedener Lichtarten untereinander vergleichbar macht.

bioledex-numo-led-lampeHier gilt es noch eine Besonderheit der LEDs zu beachten. Im Unterschied zu allen anderen Leuchtenarten strahlen LEDs ihr Licht nur in eine Richtung ab. Daher wirken LED-Leuchtmittel bei gleicher Lumenangabe oft heller, liefern aber kein so schön verteiles Licht. Je nach Einsatzweck kann das durchaus ungünstig sein und die Leuchtmittelhersteller bauen regelrechte Türmchen, die rundherum mit kleinen LED-Chips bestückt sind, um dieses Problem zu umgehen. Daher ist ein Blick auf den Abstrahlwinkel bei LED Leuchtmitteln durchaus zu empfehlen.

 

Lichtfarbe

Bei der Farbe des Lichts, damit meine ich jetzt nicht etwa bunte LED-Streifen, sondern die Farbe des einfarbigen, weißen Lichts, unterscheidet man grob zwischen Warmweiß, Neutralweiß und Kaltweiß. Gemessen wird die Farbtemperatur des Lichts in Kelvin [K].
Tageslicht, sprich Sonnenlicht, besitzt eine Farbtemperatur zwischen 5000 K und 6500 K, Neutralweiß liegt bei rund 4000 K.
In Arbeitsräumen, in denen man sich konzentrieren muss, liegt die empfohlene Lichtfarbe im Bereich von 4000 K – 5000K.
Warmweiß liegt im Bereich von 3000 K, zusätzlich gibt es noch Extrawarmweiß (2500 K).
Je wärmer die Lichtfarbe, desto gemütlicher ist das Licht. In Wohnbereichen setzt man daher hauptsächlich auf warmweisse Lichtquellen.

Die unterschiedlichen Leuchtmittelarten besitzen ihre charakteristische Lichtfarbe:

Farbtemperatur
Bei den Leuchtstoff- und Energiesparlampen gibt es Vertreter mit unterschiedlichen Farbtemperaturen und auch bei LEDs kann man die Lichtfarbe wählen, wobei hier Vorsicht geboten ist: vor allem bei günstigen Vertretern ihrer Gattung ist kalt- und neutralweiß oft extrem blaustichig und warmweiß eher ein reines Gelb, was keine Gemütlichkeit aufkommen lässt.
Erst die LED Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass sich auch mit LEDs ein gemütliches Licht erzeugen lässt.

Auch das Mischen unterschiedlicher Lichtfarben in einem Raum ist nicht unbedingt empfehlenswert.

Farbwiedergabeindex

Da die unterschiedlichen Leuchtmittelarten in ihrem jeweils typischen Spektrum abstrahlen, gibt es zur qualitativen Bewertung der Lichtqualität den Farbwiedergabeindex Ra (CRI).
Dieser beschreibt auf einer Skala von 0 bis 100 die Güte der Wiedergabe von 8 Referenztafeln in Pastellfarben bei Beleuchtung mit dieser Lampe.

  • Ra = 90 … 100 Ausgezeichnete Farbwiedergabeeigenschaften
  • Ra = 80 … 90 Gute Farbwiedergabeeigenschaften
  • Ra = 60 … 80 Mittlere Farbwiedergabeeigenschaften
  • Ra < 60 Mangelhafte Farbwiedergabeeigenschaften

Glüh- und Halogenlampen haben ein sehr breites, lineares Lichtspektrum und kommen daher auf einen RA von 100. Bei Energiesparlampen liegt dieser Wert bei 80.
Leuchtstoffröhren werden eindeutig über eine international gültige Lichtfarbennummer gekennzeichnet, bei der die erste Ziffer die Zehnerstelle der Farbwiedergabe und die nächsten zwei Ziffern die Tausender- und Hunderterstelle der Farbtemperatur beschreiben (Beispiel: 827 entspricht einer Farbwiedergabe zwischen 80 und 89 und einer Farbtemperatur von 2700 K).
Gute LEDs kommen auf einen Wert von über 90, billige liegen eher bei 80.
Die Angabe des Farbwiedergabeindex auf der Verpackung von Leuchtmitteln ist optional.

Dimmbarkeit

Und damit komme ich auch zum letzten Thema, der Dimmbarkeit. Wer viel mit gemütlichem und indirekten Licht arbeiten will, kommt um dimmbare Leuchtmittel nicht herum.
Halogenlampen sind grundsätzlich und ohne Einschränkung dimmbar. Energiesparlampen der neueren Generation sind zwar manchmal dimmbar, allerdings haben sie gewissen Einschränkungen, müssen erst rund 100 Stunden auf voller Helligkeit „eingebrannt“ werden und beginnen zu flimmern, wenn sie zu weit abgedimmt werden. Leuchtstoffröhren lassen sich über spezielle Drehregler, die direkt mit dem Vorschaltgerät kommunizieren dimmen, aber nicht mit regulären Dimmern. Am wenigsten durchsichtig ist hier mal wieder der LED Bereich. Nur extra als dimmbar ausgezeichnete Leuchtmittel lassen sich überhaupt dimmen und dann wird ein moderner LED-kompatibler Dimmer benötigt, herkömmliche Dimmer brauchen oft eine minimale Leistung, die deutlich über dem Verbrauch einer LED Lampe liegt. Aber selbst wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, klappt es oft trotzdem nicht, die LEDs beginnen dann bei niedriger Helligkeit zu flackern oder der Dimmer regelt ständig die Helligkeit nach.

Fazit

Nachdem wir nun schon fast zwei Jahre in unserem Haus wohnen, haben wir schon etliche Leuchtmittel getauscht und viel über die nötige Helligkeit in den einzelnen Räumen gelernt. Sämtliche 50W GU10 Spots haben wir gegen dimmbare LED-Spots getauscht, besonders begeistert haben mit die „WarmGlow“-genannten Spots von Philips, die beim runterdimmen eine rötliche Farbtemperatur annehmen und dadurch im Zusammenspiel mit Halogen-Leuchtmitteln nicht mehr negativ auffallen. Gewöhnen sich die Augen nämlich an die gemütliche orange Lichtfarbe gedimmter Halogen-Leuchten, wirken reguläre warmweiße LED-Leuchten plötzlich grünlich.
Ziemlich dürftig sieht es allerdings bei LED-Leuchtmitteln für unsere versenkten Deckenleuchten und diverse Deckenaufbauspots aus (ES111-Format), alle getesteten Exemplare ließen sich entweder nicht dimmen oder erzeugen ein wirklich ungemütliches Licht und sind zudem deutlich dunkler als die 75W Halogen-Spots. Vor allem in der Küche soll es beim Kochen schön hell sein, hier nutzen wir die 8x 75W auch voll aus. „Hallo Hersteller, Marktlücke!“
Ansonsten haben wir in der Dusche (2x MR16, 50W) noch Halogen-Spots, da ich keine wirklich hellen MR16 LEDs gefunden habe. In der Gästedusche habe ich inzwischen 4 dimmbaren MR16 Spots, die allerdings beim gedimmten Einschalten kurz flackern.
Von der Helligkeit nicht überzeugend sind übrigens auch die diversen dimmbaren G9-Stiftsockel LEDs, hier habe ich mittlerweile aufgegeben, nach adäquaten LEDs zu suchen.

2 Kommentare zu “Das Licht, ein unbekanntes Wesen

  • Hallo Ihr beiden,
    mal ein kleiner Tipp zur Dimmbarkeit von LED`S.
    das macht man am besten mittels DALI auf 24Volt Basis. Dann flackert auch nix und kann gans sauber in wenigen Prozentschritten uneingeschränkt Dimmen.
    Gruß Gero

    • Hallo Gero,
      danke, damit hatte ich mich auch befasst. Es war mir dann nur zu aufwändig, unterschiedliche Techniken einzubauen.
      Auch hätte ich in meinen Decken keinen Platz mehr für die DALI Steuergeräte gehabt. Daher habe ich mich dann für eine reine KNX-Lösung entschieden.
      Viele Grüße, Marc

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.