Feinkiesig bis schluffig – eine Untergrundanalyse

Bereits im November 2013 haben wir ein Bodengutachten erstellen lassen.
Um im Vorfeld abzuklären, wie sich der Untergrund unseres Grundstücks zusammensetzt, ob der Boden stabil genug ist, um unser Haus zu tragen, ob mit Problemen wie Felsbrocken oder Grundwasser zu rechnen ist oder ob der Boden möglicherweise schadstoffverseucht ist, wurde uns von mehreren Seiten ein Bodengutachten empfohlen.

Hierfür wurde eine Rammsondierung und eine Kleinbohrung durchgeführt. Die Bohrung wurde bis in eine Tiefe von 6 m und die Rammsondierung bis in eine Tiefe von 7 m ausgeführt.
Der Mutterboden ist in etwa 40 cm dick, darunter folgt bis 1,4 m Tiefe eine lockere bis mitteldichte schluffige Sandschicht. Bis zu 2 m wurde stark toniger Sand angetroffen und darunter folgt bis min. 6 m eine Schicht fein- bzw. grobsandiger Mittelsand.
Bis in eine Tiefe von 7 m wurde kein Grundwasser angetroffen, erst in einer Tiefe von 12 – 15 m ist mit freiem Grundwasser zu rechnen. Bei der Prüfung der entnommenen Erde wurden keine Schadstoffe festgestellt. Nachdem das Grundstück seit Jahrzehnten als Acker diente, sind wir davon eigentlich auch ausgegangen.
Da sich bei extremen Niederschlagsereignissen das Sickerwasser aufgrund der Bodenbeschaffenheit an den Kelleraußenwänden aufstauen könnte, liegt nach DIN 18195, Teil 6 eine Wasserbeanspruchung „aufstauendes Sickerwasser“ vor. Das bedeutet, dass der Keller als weiße Wanne ausgeführt werden sollte. Weiße Wanne wiederum bedeutet, dass der Keller aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt wird und nicht etwa gemauert wird.

Bodengutachten
Auf insgesamt 15 Seiten gibt es Informationen zu Bodenkennwerten, Schichtaufbau, Stabilität usw.
Auf weiteren 3 Seiten gibt es Analyseergebnisse zur Korngrößenverteilung und Bestimmung der Durchlässigkeit, die von einem externen Ingenieurgeologen durchgeführt wurden.

Nicht, dass wir viel von dem verstehen würden, aber es gibt einem schon ein sicheres Gefühl, wenn man weiß, das das Haus nicht nach 5 Jahren im Treibsand versinkt. Wer also Überraschungen beim Erdaushub vermeiden will, der sollte die Investition in ein Bodengutachten nicht scheuen. Mit rund 1.000 € muss man allerdings schon rechnen. Und wo sonst kann man lustige Worte wie „schluffig“ schon lesen!

2 Kommentare zu “Feinkiesig bis schluffig – eine Untergrundanalyse

  • Oh ja, an „schluffig“ kann ich mich bei unserem Bodengutachten auch noch gut erinnern. 🙂

  • Wir haben uns auch entschlossen, ein Bodengutachten machen zu lassen, nachdem ein Bekannter, der vor 2 Jahren in der gleichen Straße gebaut hat, uns erzählte, er hätte bis 4,5 m ausgekoffert und sein Nachbarhaus, das nicht gemacht hätten, würde nach 3 Jahren in der Mitte absacken und hätte schon Risse in der Küche. Da wir das Risiko nicht eingehen wollten, hat unser Bauunternehmer ein Gutachten angefragt. Wären auch ca. 1.000,- € gewesen. Eine Freundin, die für uns den Bodenaustausch gemacht hat, hat ebenfalls ein Gutachten angefagt: 400 €! Und dabei ist rausgekommen, dass wir auf feinstem weißem Sand bauen. Also, alles gut. Aber man ist schon froh, wenn man vorher so Horrorstories hört.
    LG Stephi

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