Muskelhypothek – was können wir selber machen?

Zunächst einmal mussten wir diese Woche die Bedeutung des Wortes „voraussichtlich“ lernen. Die Bagger kommen am Dienstag hieß es… Abends bekamen wir dann die Info, dass es am Dienstag, den 09.09.2014 dann tatsächlich mal losgehen kann. Gepaart mit der Nachricht, dass es jetzt leider doch nochmal ein bisschen teurer wird. Frau Ungeduld war ziemlich schnell sehr schlecht gelaunt. Und wir mittendrin in der ersten Baukrise. Wie schnell die Kosten auf dem Bau explodieren können haben wir inzwischen gelernt. Jetzt muss an anderen Stellen wieder der Rotstift angesetzt werden und einige Dinge günstiger oder gleich ganz gestrichen werden. Leider ist bei dieser Aktion als erstes unser wunderschöner Kamin der Sparwut zum Opfer gefallen. Der wird nun erst in ein paar Jahren nachgerüstet. Schnief…

Bevor es los geht auf dem Bau muss man sich intensiv Gedanken darüber machen, welche Arbeiten man auch selbst erledigen kann um ein paar Euro zu sparen. Dass wir in der Rohbauphase so gut wie nichts ausrichten können, war uns ziemlich schnell klar. Zwar sind wir handwerklich nicht ungeschickt, Wände mauern und Fenster einsetzen trauen wir uns dann aber doch nicht zu. Es ist auch nicht empfehlenswert, sich zu viel vorzunehmen. Neben dem Beruf in Vollzeit noch mal eben schnell ein Haus bauen ist eben einfach nicht drin. Da heißt es mit Kräften zu haushalten, damit am Ende nichts zu kurz kommt. Aber alles den Handwerkern überlassen ist ja auch langweilig!

Aufgrund von elektrotechnischen Vorkenntnissen und vor allem gewissen Programmierfähigkeiten des Herrn Gelassenheit wird die KNX- Haussteuerung von ihm selbst ausgeführt. Auch den Bodenbelag im Obergeschoss wollen wir selbst verlegen. Hier wird es in einigen Räumen Teppich, im Flur und in der Ankleide Laminat oder etwas Vergleichbares geben. Das schaffen wir an 1 – 2 Wochenenden auch selbst. Die Fliesen im Bad selber zu verlegen halten wir allerdings für keine so gute Idee. Ich habe in meinem Leben noch nie Fliesen verlegt. Kann so schwer ja nicht sein? Naja, wenn ich mich dann jeden Morgen im Bad über die krummen Fugen ärgere, ist am Ende auch nichts gewonnen… Zudem können wir einige Malerarbeiten selbst übernehmen. Auch den Möbelaufbau und eventuell ein paar einfache Schreinerarbeiten werden von uns dann – sicher begleitet von vielem Fluchen – in liebevoller Kleinarbeit ausgeführt.

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Auch im Außenbereich werden wir vieles selbst übernehmen. Das können wir dann ganz in Ruhe nach Abschluss der Bauphase in Angriff nehmen und alles nach und nach gestalten. Die Terrasse, das Anlegen der Beete und den einen oder anderen Weg werden wir schon selber hinkriegen. Und wenn es ein bisschen schief wird, ist es auch nicht ganz so dramatisch.

Ein wichtiger Punkt bei der Überlegung, was man alles selbst machen kann ist allerdings auch das Thema Gewährleistung. Was man selber macht, kann man später auch nicht reklamieren. Hier sollte man sich bei manchen Dingen gut überlegen, ob es sinnvoll ist auf die Arbeit eines Fachmanns zu verzichten. Der Einbau eines Heizkamins oder die Abdichtung des Daches kann sicher einiges an Kosten sparen. Wenn es allerdings nachher Probleme gibt, kehrt sich die Ersparnis plötzlich ins Gegenteil um. Nach Schätzungen braucht ein zudem Laie circa 10 Mal länger als ein Fachmann für die meisten Arbeiten.

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Man kann mit einer sogenannten Muskelhypothek zwischen 10.000 und 25.000 € einsparen (Quelle: zuhause.de). Die Kosten für Material und Werkzeuge fallen ja ohnehin an, so dass man tatsächlich nur die reinen Arbeitskosten ansetzen kann. Alles in allem glaube ich, dass wir mit unseren Einschätzung ganz realistisch geplant haben und das Arbeitsvolumen überschaubar ist. Ob wir damit wirklich richtig liegen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen!

 

2 Kommentare zu “Muskelhypothek – was können wir selber machen?

  • Hallo Tanja,
    bei uns ist es auch der Kamin, der gerade immer wieder als „Streichobjekt“ dient, wenn sich neue Kosten auf tun. Die einzige Eigenleistung (neben Möbeln und Garten/Pflasterung) werden bei uns die Fenster, da mein Schatz das mal gelernt hat und mit seiner alten Firma machen möchte. Wird aber auch nicht günstiger als es der Bauunternehmer angeboten hat. Genau wie die Fußböden und Malerarbeiten, wenn man da das Material und die Arbeitszeit rechnet, spart man (fast) nichts. Daher haben wir uns auch dagegen entschieden.
    LG, Stephi

    • Liebe Stephi,
      So richtig viel einsparen kann man tatsächlich nicht – aber ein bisschen was selber machen finde ich schon toll. Ist doch ein ganz anderes Gefühl wenn man selber Schweiß und Tränen investiert hat 🙂 Dann drücke ich ab sofort uns Beiden die Daumen, dass der Kamin doch noch einziehen darf… Einen tollen Abend und bis bald!!!
      Tanja

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