Erstkontakt

Voraussichtlich am Dienstag soll es losgehen. Schon seit Wochen haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir die Nachbarschaft gnädig auf unser Bauvorhaben einstimmen können. Immerhin wird es für einige Wochen und Monate oft laut, in jedem Fall sehr dreckig und umtriebig zugehen auf unserem Grund und Boden. Es ist also anzunehmen, dass sich die Nachbarschaft nicht ganz so sehr freut wie wir. Dem Nachbarn gegenüber verbauen wir auch noch seinen wunderschönen Blick ins Grüne…

bieneIm Juli hatten wir schon einen Erstkontakt… Frau Ungeduld war nach Wochen mal wieder am Grundstück vorbei gefahren und hatte festgestellt, dass der Gehsteig aufgrund von Unkrautbewuchs nur noch halb so breit war wie ursprünglich. Als Frau der Tat (hüstel) bin ich dann aus dem Wagen gesprungen und habe angefangen, das störrische Zeug aus den Fugen zu reißen. Was sollen denn die Nachbarn denken! Nach einem Meter musste ich leider feststellen, dass unser Unkraut nicht nur hartnäckig sondern auch sehr stachelig ist und völlig frustriert aufgeben. Am nächsten Morgen habe ich uns mit Gartenhandschuhen und Kratzern zwangsausgestattet und zur Aktion gerufen: „Schatz, das dauert doch nur 10 Minuten, wir sind doch zu zweit!“ Und erntete absolute Begeisterung.

Bei 35°C und Mittagshitze standen wir also vor unserem komplett überwucherten Grundstück und haben mein begonnenes Werk vollendet. Und geflucht. Ein freundlicher Herr stand plötzlich vor uns beiden völlig verschwitzten und keuchenden Gestalten und merkte an: „Ach, hat die Stadt sie angeschrieben wegen dem Unkraut? Das machen die manchmal!“ Frau Ungeduld positionierte sich dann mit stolzgeschwellter Brust vor ihm und erklärte unserem neuen Nachbarn: „Och nein, wir haben uns selber gedacht, dass es jetzt längst mal an der Zeit ist…“ Zwinker, zwinker. Und erntete einen recht verständnislosen Blick. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch und der Eindruck, dass wir es wirklich gut getroffen haben in unserer Nachbarschaft.

nachbarnDamit das auch so bleibt, haben wir heute einen Großeinkauf im Getränkehandel angesetzt und schon vorab an alle umliegenden Häuser einen netten Brief geschrieben. Zum einen haben wir angekündigt, dass es in der nächsten Woche losgeht, zum anderen noch unsere Telefonnummern mitgeteilt, falls es mal ein Mitteilungsbedürfnis gibt. Das Fläschchen Sekt und unsere Botschaft wurden dann teils persönlich übergeben, teils vor die Haustüre gestellt. Und ich muss sagen, sie sind alle ganz reizend! Ein Nachbar hat sogar schon seinen Wasseranschluss zur Verfügung gestellt, alle waren sehr nett und freuen sich auf uns – trotz Baulärm! Starke Nerven werden sie brauchen…

 

2 Kommentare zu “Erstkontakt

  • Das ist eine wunderbare Idee! Ich würde mich als zukünftiger Nachbar sehr darüber freuen. Und eine sehr schöne Handschrift hast Du.
    Wir hoffen sehr, daß der Rohbau in drei Wochen fertig ist. Ansonsten wird es terminlich sehr schwierig mit dem Richtfest. 🙁 Und das fände ich sehr schade. Darauf das WE muß ich nämlich arbeiten und meine bessere Hälfte fährt für eine Woche segeln. Also bitte Daumen drücken.
    Alles Gute für heute!!

  • Liebe Nana,
    ganz lieben Dank! Die zukünftigen Nachbarn waren auch wirklich sehr angetan 🙂 3 Wochen hört sich jetzt erstmal sehr sportlich an, aber wenn erstmal gemauert wird, geht es ja meist recht schnell… Drücke Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen! Bei uns ist der Baustart ins Wasser gefallen – im wahrsten Sinne des Wortes… Es gießt wie aus Eimern! Leider waren auch weit und breit keine Arbeiter zusehen… Wir lernen heute die Bedeutung des Wortes „voraussichtlich“! Die Spannung steigt ins Unermessliche… Liebe Grüße zu Dir! Tanja

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